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Schweinemarkt - Was bringt 2008?

Andreas Beckhove von der Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands e.V. (ISN) gab einen aktuellen Überblick über die Struktur und wirtschaftliche Lage der Schweinehaltung in Deutschland. Die EU nahm 2006 mit 16,5 % Anteil nach China (51,8 %) weltweit den zweiten Platz am weltweiten Schweinebestand von 961 Millionen Tiere ein. Innerhalb der EU sei Deutschland der größte Schweinehalter. Dänemark und die Niederlande seien die Hauptwettbewerber, wobei sich dort eine Spezialisierung abzeichne in Richtung Ferkelerzeugung, in Deutschland ginge der Trend eher in Richtung Mast. Allerdings seien die deutschen Ferkel gleichwertig zu den Importferkeln aus Dänemark oder den Niederlanden, weshalb sich die hiesigen Mäster überlegen sollten, wieder verstärkt deutsche Ferkel einzustallen.

Andreas Beckhove von der Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands e.V. (ISN)
Andreas Beckhove von der Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands e.V. (ISN) 

Deutschlands Sauenhalter müssten jedoch ihre Produktionsreserven nutzen, so Beckhove; 0,3 bis 0,4 Ferkel mehr je Sau müssten jährlich erzielt werden, um mit steigenden Produktionskosten mitzuhalten. Nordrhein-Westfalen produziere nach Niedersachsen die meisten Schweine in Deutschland (ca. 6,4 Mio. Schweine in 2007).

Der Trend zur Konzentration der Betriebe halte an: Seit 1996 verringerten sich die landwirtschaftlichen Schweinehaltungsbetriebe in Deutschland kontinuierlich von etwa 200.000 auf jetzt nur noch rund 80.000 Betriebe. Der Schweinebestand dagegen wuchs im gleichen Zeitraum auf zuletzt knapp über 27 Millionen Tiere. Der Selbstversorgungsgrad der EU sei zwar mit dem Beitritt von Rumänien und Bulgarien wieder etwas gesunken, habe aber 2006 bei immerhin noch über 100 % gelegen. Deutschland liege jetzt schon bei über 90 % Selbstversorgung und nähere sich der 100 %-Marke. Die EU sei jedoch ein in sich geschlossener Wirtschaftsraum und stoße daher an Absatzgrenzen. Das Kernanliegen müsse es daher sein, mehr Schweinefleisch zu exportieren, etwa nach China, wo rege Nachfrage nach Fleischprodukten herrsche. Hierzu allerdings sei ein baldiges Veterinärabkommen mit China Bedingung. Dänemark sei hier weiter: Das Land exportiere schon seit einiger Zeit Nebenprodukte wie Schweineohren und -pfoten nach China, allerdings noch kein Fleisch. Diese Nebenprodukte würden in China als Delikatesse gelten und dementsprechend gut bezahlt. Beckhove betonte, dass die deutschen Politiker sich stärker für ein schnelles Veterinärabkommen einsetzen sollten, denn der Importbedarf in China zumindest an Nebenprodukten werde steigen. Etwa drei bis fünf Euro Mehrerlös je Schwein seien möglich mit dem Handel der Nebenprodukte, das sei für Deutschlands Schweinebauern ein wichtiges Zusatzeinkommen. Langfristig verfolge China allerdings die Strategie, die Eigenproduktion zu steigern, um selber unabhängig zu bleiben.

Insgesamt gebe es in Deutschland eine gute Infrastruktur für Absatz und Vermarktung von Schweinefleisch, denn so viele Schlachtunternehmen wie hierzulande gebe es in keinem anderen Land der EU. Eine Umfrage der ISN ergab, dass die großen Schlachtbetriebe zudem noch weiter wachsen wollen. Beckhove empfahl den größeren Schweineproduzenten, sich stärker zu spezialisieren und legte den kleineren Betrieben die Produktion im geschlossenen System ans Herz. Letztendlich gelte es jetzt erst einmal nach dem Spruch „Liquidität vor Rentabilität“ die Durststrecke zu überstehen. Für 2008 sprach Beckhove von einem verhaltenen Optimismus, eine spürbare Marktenlastung sei nicht vor dem Frühjahr zu erwarten.



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