
Martin Breuer vom Erzeugerring Westfalen eG stellte in seinem Vortrag die Möglichkeiten vor, die man mit einer Wärmebildkameramessung im Stall habe. Die Wärmebildkamera funktioniere über Thermografie, also eine optische Darstellung der Wärmeverteilung auf Oberflächen. Gegenstände senden elektromagnetische Wellen aus, sogenannte Wärme- bzw. Infrarotstrahlen und die Strahlungsintensität ist abhängig von der Temperatur. Die Infrarotstrahlung werde von der Kamera erfasst und sichtbar gemacht. Die Bildbetrachtung ist per Akkubetrieb direkt im Stall möglich, die Bilder werden gespeichert, ausgelesen und am Laptop bearbeitet.

Martin Breuer vom Erzeugerring Westfalen eG
Einsatzgebiete sieht Breuer vor allem in der Gebäudethermografie, der Leckageortung von Heiz-, Wasserleitung, der Thermodiagnose an elektrischen Anlagen im laufenden Betrieb sowie in der Human- und Veterinärmedizin, vor allem aber im Stallklima-Check. Um die Lecks erkennbar zu machen, lasse man Nebel über die zu prüfende Lüftungsvorrichtung in den Raum strömen und könne anhand der Nebelverteilung im Stall sehen, wie die Luftströmung ablaufe. Dieses Verfahren sei deshalb gut geeignet, um Lüftungsfehler durch falsche Lüftungseinstellung oder Lecks im Stall, durch die kalte Außenluft direkt in den Stall ströme, festzustellen. Denn oft trete beispielsweise immer in einem bestimmten Abteil im Stall unerklärlicher Husten bei den Schweinen auf, obwohl auf den ersten Blick die Lufttemperatur und die Lüftungsrate in Ordnung seien, so Breuer. Mit der Wärmebildkamera könne er dann den Eintritt von Falschluft genau über diesen Abteilen nachweisen. Diese Falschluft falle durch eine fehlerhafte Lüftung oder durch Lecks unerwärmt auf die Tiere, so dass sie erkranken. Er empfahl einfache Lüftungssysteme, die leicht zu bedienen seien wie z.B. die Türganglüftung bei kleineren und die Schlitzlüftung bei größeren Abteilen. Die Stallklimaberatung des Erzeugerrings Westfalen dauere nur etwa zwei bis drei Stunden und helfe, Falschluft und Wärmeverluste zu erkennen und Verteilung von Frischluft und Wärme im Stall zu optimieren. Dies senke die Energiekosten und optimiere das „Stallwetter“.