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Circovireninfektionen: Lösungsmöglichkeiten mit einer 1-maligen Impfung

Herbert Heger von der Firma Boehringer Ingelheim informierte die Zuhörer über die Situation in Bezug auf die Circovirusinfektionen in Deutschland. Die Durchseuchung mit Circoviren habe in Deutschland schon vor einigen Jahren begonnen, heute hätten vor allem in Nordwestdeutschland noch Aufzüchter und Mäster Probleme mit Circo, Sauenhalter eher weniger. Er machte deutlich, dass das Circovirus aufgrund der Durchseuchung in nahezu jedem Schweinebestand nachzuweisen sei, aber meistens nicht für sich alleine krankheitsauslösend sei.

Herbert Heger von der Firma Boehringer Ingelheim
Herbert Heger von der Firma Boehringer Ingelheim 

Die Mischung der Viren und Bakterien in einem Bestand und/oder andere Stressfaktoren verursachen letztlich die Klinik und beeinflussen den Grad der Erkrankung, vor allem das PRRS-Virus und auch Mykoplasmen seien häufig beteiligt. Heger stellte weiterhin den neuen Ferkelimpfstoff vor, für den das Pharmaunternehmen für 2008 die Zulassung erwarte. Schon jetzt sind Versuche nach §17c im Feld möglich, so dass ab sofort Landwirte ihren Tierarzt nach dem Impfstoff fragen können. Versuche nach § 17c bedeutet nichts anderes, als dass man mit dem Impfstoff im Rahmen der Zulassung erste Praxiserfahrungen sammeln kann. Diese werden dann zusammengefasst und ausgewertet. Bei dem Impfstoff handele es sich um einen einmalig anzuwendenden Impfstoff, der ab der zweiten Lebenswoche angewendet werden kann. Die Dosis betrage einmalig 1 ml pro Ferkel. Der Impfstoff baue im Schwein schon zwei Wochen nach der Impfung einen schnellen Schutz vor Circovirus-assoziierten Erkrankungen auf. Der Schutz halte laut Herstellerangabe bis zum Mastende an. Es handele sich um einen Totimpfstoff mit sehr guter Verträglichkeit. Vor allem dann, wenn die Circoprobleme erst in den späten Mastabschnitten auftreten, wie es im Norden Deutschlands weitgehend der Fall ist, sei ein Ferkelimpfstoff optimal, weil er bei den Ferkeln frühzeitig eine eigene aktive Immunität auslöse, die sie bis zum Mastende sicher vor Infektionen mit dem Circovirus schütze. Akut und chronisch infizierte Circo-Problembetriebe hätten jetzt eine weitere Möglichkeit, effektiv gegen das Circovirus vorzugehen.

Trotz der neuen Ferkelimpfung gegen Circoviren sollten alle anderen Impfungen zunächst beibehalten werden, da die Infektionen mit dem Circovirus in der Regel von anderen Erregern wie etwa PRRS oder Mykoplasmen begleitet würden. Man müsse langfristig sehen, ob eventuell auf eine Impfung verzichtet werden könne, diese Entscheidung sei aber immer betriebsindividuell abhängig vom Gesundheitsstatus des jeweiligen Bestandes. Zudem räumte er mit der verbreiteten Annahme auf, dass eine hohe Konzentration an Circoviren im Tier automatisch auch eine stärkere Klinik auslöse. Es sei immer die Mischung der Erreger entscheidend für den Ausbruch der Erkrankung, komme noch Stress durch ungünstige Haltungsbedingungen dazu, verstärke dies zusätzlich die Symptomatik. Deshalb müssten trotz moderner Impfstoffe weiterhin unbedingt Management, Haltung und Fütterung optimiert werden, damit der Gesundheitsstatus der Tiere langfristig auf dem gewünschten hohen Niveau liegen könne.



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